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                                    Blick über den Bötzsee,                                Restaurant "Seeschloss" Kol. Hohenfließ
                                   Gaststätte Rothkäppchen 1925


Vor 120 Jahren in Eggersdorf und Petershagen

Wer den begehrten Heimatkalender 2024 des Doppeldorfes sein eigen nennt, stößt auf ein Ereignis aus dem Jahr 1904. Das Januarbild zeigt das Restaurant „Hungriger Wolf“. Es wurde nach einem großen Brand am 17. Januar 1894 wieder aufgebaut. Um das Restaurant herum entwickelte sich unterhalb des Bötzsees die Villenkolonie Hohenfließ. Diese hatte 1904 bereits 11 massive Villen und diverse Sommerhäuser. Besitzer des Lokals „Hungriger Wolf“ war Ferdinand Dam. Die nach ihm benannte heutige Straße verweist auf den ehemaligen Standort der Restauration an der Ecke zur Altlandsberger Chaussee. Das lange Zeit als Senitz bezeichnete Fließ hatte im Oberlauf (Abfluss Bötzsee) den Namen Hohes Fließ, wurde später aber von Kartographen Fredersdorfer Fließ bzw.  Fredersdorfer Mühlenfließ genannt. Heute sprechen wir vom Mühlenfließ oder Fließ. Weitere Einkehrmöglichkeiten auch für die zahlreichen Ausflügler entstanden (Seeschloss, Rothkäppchen – Kalenderbild Juli). Bewohner der Kolonie gründeten am 11. Dezember 1904 den Verschönerungsverein Eggersdorf-Hohenfließ mit 32 Mitgliedern und wählten den Vorstand. Erster Vorsitzender war der Architekt Karl Schmidt und der uns schon bekannte Ferdinand Dam wird Rechnungsführer. Der Verein gibt sich unpolitisch und stellt sich das Ziel der weiteren Entwicklung der Kolonie (u.a. die Schaffung besserer Verkehrswege). Hohenfließ entwickelt sich zu einer großen Siedlung mit Gärten, Lauben und Villen. In der neusten Ausgabe der „Auszeit 1-3 /2024“ der S5-Region wird ein Winterspaziergang um den Bötzsee vorgestellt. Die geneigte Leserschaft des DoDo weiß nun diesen Rundweg auch historisch einzuordnen.

Vor 120 Jahren am 18. November ereignete sich ein Raubverbrechen in Eggersdorf an der Chaussee nach Strausberg. Der Kossäte  Heinrich Günzler wurde in der Nacht gegen 1.45 Uhr schwerverletzt und ausgeraubt aufgefunden. Nach Aussage des Ortschronisten  Alexander Giertz entkam der ergriffene Raubmörder nicht seiner gerechten Strafe. Andere Kriminalfälle findet man bei Interesse in dem gerade neu erschienenen Heft 131 der Zeitschrift „Die Mark Brandenburg“.

In Petershagen wurde vor 120 Jahren am 27. April die zweite private Fernsprechleitung bei dem Kaufmann Mittelstädt eingerichtet (die erste private Fernsprechleitung wird 1901 beim Restaurantbesitzer Otto Breseke verlegt). Der Ort hatte am 27. Oktober genau 769 Einwohner, die hier das ganze Jahr über wohnten.

Und wie war das Wetter 1904? Der Chronist und Regionalhistoriker Alexander Giertz schrieb in seiner Chronik: „Das Jahr 1904 wird wegen seiner Trockenheit und Dürre noch lange in Erinnerung bleiben…, so bot…um den 24. Juli 1904 herum unser ausgetrocknetes Fließbett der Jugend in ihm Anlaß zu vergnügten Spaziergängen; ein schwaches Gewitter am 25. und 26. Juli 1904 brachte auf lange Zeit die letzte dürftige Erquickung“.

Aufgrund des Klimawandels in den letzten Jahrzehnten kommen uns solche Schilderungen leider nicht unbekannt vor.

 


                                             Partie am „gefüllten“ Fließ in Petershagen um  1916                   Restaurant "Hungriger Wolf"